NEWS

NEUE ÖFFNUNGSZEITEN 2011:

Die Öffnungszeiten wurden auf Sonn- und Feiertag 9:30 bis 12:00 Uhr neu festgesetzt.

Achtung: Während der Dauer der Ausstellung "Lois Pregartbauer - Ölbilder und Arbeiten mit Papier- erweiterte Öffnungszeiten!!!

 

GEDENKTAFEL AN DIE RETTER HOLLABRUNNS - MAI 1945, in der Ausstellung "Hollabrunner Zeitgeschichte" erinnert an...

...die „Rote Armee“ in Hollabrunn

........Trotz drohender Standgerichte und des „Nero-Befehls", demgemäß alle Versorgungseinrichtungen zu zerstören waren, formierte sich individueller Widerstand. Die Zerstörung der Brücken in der Senitzergasse und in der Gerichtsberg-Kellergasse konnte nach gescheiterten Versuchen von Direktor Jauker und Oberlehrer Nitsch durch den Gärtner Rybar und Zimmermeister Brabenetz verhindert werden. Der Mühlenbesitzer Richard Weislein sen. vermochte einen SS-Kommandotrupp zu vertreiben, dessen Angehörige seine Mühle, die letzte funktionsfähige im Weinviertel, befehlsgemäß zerstören sollten.
Als Stadtteile um den Waldweg und Friedhof in den Vormittagsstunden des 8. Mai zusätzlich noch unter sowjetischen Artilleriebeschuss — die Rotarmisten erwiderten von Klein-Maria-Dreieichen kommendes deutsches Granatwerferfeuer — gerieten, fuhren die Hollabrunner Josef Waditschatka, Karl Brandstätter, Rudolf Forberger, Anton Kolbe, Rudolf Lamm und Augustin Lastofka mit einem Lastwagen der Firma Brandstätter den vorrückenden Sowjets Richtung Kammersdorf entgegen, wobei Lastofka und Waditschatka, die der russischen Sprache mächtig waren, die Übergabeverhandlungen führten. Frauen und Kinder hatten sich inzwischen, so gut es ging, in den Hollabrunner Kellergassen verborgen. Den Parlamentären, die bei Kleinstetteldorf mit Kommandoeinheiten der Roten Armee zusammentrafen, gelang es, mit dem kommandierenden Offizier des Frontabschnittes — es handelte sich vermutlich um den späteren ersten sowjetischen Stadtkommandanten von Hollabrunn, Kapitän Peterson — die kampflose Übernahme der Stadt zu vereinbaren.
Den Befreiern, die sich bald auch als Besatzer zu erkennen geben sollten, zeigte sich das bekannte Bild: Weiße Fahnen, gesprengte Brücken und Versorgungsplätze, verlassene Parteilokale der NSDAP und eine verunsicherte Ortsbevölkerung. Die nationalsozialistischen Amtsträger, darunter Kreisleiter Schuster, Kreispropagandaleiter Wondraczek, Landrat Dr. Wühl und der kommissarische Bürgermeister Franz Perthold, flüchteten entweder nach Westen oder wurden verhaftet. Bekannte Hollabrunner Nationalsozialisten wurden vorerst in einem als provisorisches Gefängnis eingerichteten Raum des ehemaligen Landratsamtes (Bezirkshauptmannschaft) in der Amtsgasse festgehalten und zu Aufräumungsarbeiten eingesetzt. ....
Quelle: Verein für Landeskunde Niederösterreich (Hg), Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich 72-74 / 2006-2008, St. Pölten 2010, Auszug aus: Die „Rote Armee“ in Hollabrunn, Ein Beitrag zur Geschichte der Stadt Hollabrunn in den Jahren 1945/1946 von Ernst Bezemek, Seite50.